Vereinszeitung 2017 - page 6

Aus dem Präsidium
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„Wer besitzt, der muß gerüstet sein!“
Schon der deutsche Dichter und Staatsmann Johann Wolfgang von Goethe hatte erkannt, dass
man mit seinem Eigentum vorausschauend umgehen muss. So geht es auch uns, die wir in verant-
wortlicher Position des Vereins mit der Verwertung bzw. Verwendung unserer Liegenschaft betraut
sind. Neben der chronologischen Darstellung, die nachstehend abgedruckt ist, erlaube ich mir
noch einige Ausführungen, damit die Verhaltensweise, wie dies zuletzt in der heimischen Presse
zu lesen war, verständlicher wird.
Seit 2009 sind wir dabei diesen Prozess voranzutreiben, um die sportliche „Heimat“ des Vereins
zu optimieren. Dabei haben wir viele Alternativen diskutiert. Vom Verkauf über Renovierung bis
hin zu einer ganz neuen Idee: Ein Sport- und Gesundheitszentrum am Sportareal in Dillenburg.
Die uns bis dato vorliegenden Ergebnisse einer Grundsanierung der Jahnturnhalle mit einem Kos-
tenvolumen von rd. Euro 800.000 haben uns dazu bewogen, einen mutigen und für die Vereins-
gremien nicht einfachen Schritt zu gehen. Dabei sollte uns die Stadt Dillenburg - und so haben wir
es in unserem Schreiben vom 8. Januar 2014 formuliert - ein geeignetes Grundstück auf der Basis
einer Erbbauberechtigung zur Verfügung stellen. Unsere Vorstellung lief darauf hinaus, mit der be-
absichtigten Maßnahme das bestehende Sportstättenangebot zu ergänzen, das Areal aufzuwerten
und Dillenburg als eine Vorzeigeadresse im Sport zu etablieren. Bereits zu Beginn der daraufhin
erfolgten Beratungen in den städtischen Gremien war deutlicher „Gegenwind“ zu spüren. Warum?
Vielleicht weil wir nicht vor unserem Schreiben „artig“ an entsprechender Stelle gefragt haben?
Weil das „Erstgeburtsrecht“ nicht im Rathaus lag, sondern bei uns? Im Nachhinein betrachtet hät-
ten wir bereits nach der ersten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses das „Buch zu machen“
können. Von der Tribüne aus haben wir die Diskussion verfolgt und konnten feststellen, dass sich
das konservative Lager ablehnend positionierte. Die Situation wurde - wie so oft in solchen Fällen
- zunächst mit der Verweisung in den Fachausschuss gerettet.
Was folgte war ein Procedere wie es im politischen Alltag üblich ist! Es wird Hilfe angeboten, es
werden Ortstermine anberaumt, Gespräche geführt, die Wichtigkeit der Maßnahme als zukunfts-
orientiert bezeichnet und das überaus große ehrenamtliche Engagement des Vereins gelobt! Nur
bei den wesentlichen Fakten bleibt es bei Absichtserklärungen und bei den Finanzen tendiert die
Förderung vor dem Hintergrund des Rettungsschirmes gegen Null!
Wir verstehen den Auftrag der Stadtverordneten und Magistratsmitglieder zum Wohl der Stadt
Interessen abzuwägen und der Kommune und vor allem deren Bürgerinnen und Bürgern Bestes
zu suchen! Manchmal frage ich mich jedoch: Wie lange dauert in Dillenburg ein solcher Prozess?
Warum werden in den Nachbarkommunen in Fragen der harten und weichen Standortfaktoren
„Nägel mit Köpfen“ gemacht?
Vieles hängt selbstverständlich an den Rahmenbedingungen und am „lieben“ Geld. Zugegeben:
Der Schritt unter den Rettungsschirm war in der Konsequenz richtig und bringt den Bürgerinnen
und Bürgern für die Zukunft spürbare Entlastung und dem Gemeinwesen wieder größeren Hand-
lungsspielraum.
Aber: Sind es nicht die Vereine und Verbände, die mit ihren ehrenamtlichen Leistungen - wie es
der neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dieser Tage gerne formuliert - den Kitt der
Gesellschaft darstellen? Sollte es nicht selbstverständlich sein, egal in wessen Eigentum sich Lie-
genschaften befinden, der ortsansässigen Bevölkerung beste Voraussetzungen für Bewegung und
damit der Gesundheitsfürsorge zu gewährleisten?
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